Gute Nachrichten in Corona-Zeiten: An Colitis ulcerosa erkrankte Kinder (ab 6 Jahren) bekommen Zugang zu neuer Therapie

Wien, 02. Februar 2021

Wien, 02. Februar 2021 – In Österreich sind zwischen 60.000 bis 80.000 Personen von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa betroffen. Die aktuelle Corona-Pandemie stellt vor allem für Patient*innen, die an solch einer unheilbaren Krankheit leiden, eine schwierige Zeit dar. Denn auch sie haben das Recht auf eine Weiterführung ihrer Behandlung. Inmitten der Covid-19 Test- & Impfstoff-Debatten gibt es nun eine gute Nachricht: Seit Neuestem steht auch der TNF-alpha Blocker von AbbVie allen Kindern und Jugendlichen, die an Colitis ulcerosa erkrankt sind, zur Verfügung. Denn das Unternehmen hat vergangene Woche die Zulassung von der Europäischen Arzneimittelbehörde für den Einsatz dieser bewährten Therapie bei den kleinen Patient*innen erhalten, was für die Betroffenen somit ein Leben ohne dauerhaftem Schmerz ermöglicht.

Colitis ulcerosa: Wenn der Darm rebelliert

Colitis ulcerosa (CU) ist, neben Morbus Crohn, eine der beiden häufigsten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Die Bezeichnung leitet sich aus dem Griechischen bzw. Lateinischen ab: Colitis steht für „Colon“ (Dickdarm) und „-itis“ (Entzündung). Ulcerosa kommt von dem Begriff „Ulcus“ und bedeutet Geschwür. CU ist, wie ihre Bezeichnung verrät, eine Entzündung der Darmschleimhaut des Dickdarms. Die Entzündung beginnt im Enddarm, dem untersten Bereich des Dickdarms, von wo aus sie sich unterschiedlich weit ausbreitet. Abhängig davon, wie stark die Erkrankung ausgeprägt ist, wird zwischen einer leichten, milden und schweren Colitis ulcerosa unterschieden. Besonders Kinder und Jugendliche zeigen oftmals eine schwerere und aggressivere Form der Erkrankung als Erwachsene.

Therapie führt zu Lebensqualität

„Typisch für Colitis ulcerosa ist ein anhaltender, mit Blut oder Schleim vermischter Durchfall. Ständiger Stuhldrang, krampfartige Bauchschmerzen sowie Gewichtsverlust sind klassische Symptome, die auf CU hinweisen. Da es sich bei Colitis ulcerosa um eine chronische Krankheit handelt, kann sie nicht geheilt werden. Mithilfe einer individuell-angepassten Therapie, können Betroffene jedoch ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen: Es ist daher entscheidend, dass Colitis ulcerosa frühzeitig diagnostiziert und anhaltend therapiert wird“, erklärt Ass.-Prof. Dr. Wolf-Dietrich Huber, aus dem AKH Wien. Auf Basis der individuellen Bedürfnisse der Patient*innen können unterschiedliche Medikamente und psychologische Unterstützung bzw. Ernährung die gewünschten Therapieziele erreichen. „Aktuell verunsichert Covid-19 viele Patient*innen, ob und inwieweit ihre Therapie fortgesetzt werden sollte. Für an CU-erkrankte Personen gilt daher weiterhin die Empfehlung, keinesfalls ohne Rücksprache mit den behandelnden Ärzten Dosierungen abzuändern, Medikamente abzusetzen oder Therapien eigenständig abzubrechen“, betont Ass.-Prof. Dr. Wolf-Dietrich Huber die Wichtigkeit der regelmäßigen Arztbesuche.

Neue Möglichkeit für kleine Patient*innen

Aufgrund eines Irrtums des Immunsystems werden bei Colitis Ulcerosa Darmbakterien und andere Stoffe vom Körper bekämpft, die normalerweise toleriert werden. Es entsteht eine dauerhafte Entzündung, durch die die Darmschleimhaut zerstört wird. Der Botenstoff TNF-alpha hält diese Entzündung im Gang. „Beim Biologikum von AbbVie handelt es sich um einen Antikörper gegen diesen Botenstoff, der bereits seit über 10 Jahren als bewährte Therapie bei erwachsenen CU-Patient*innen im Einsatz ist. Der TNF-alpha-Blocker kann jedoch ab sofort auch bei Kindern und Jugendlichen ab 6 Jahren verwendet werden, wenn diese nicht auf andere Therapie-Möglichkeiten ansprechen oder eine Unverträglichkeit aufweisen. Mit dem Biologikum von AbbVie bekommen junge Patient*innen somit eine neue therapeutische Option, die ihre Lebensqualität erheblich steigert“, erklärt Dr. Bettina König, Medical Director von AbbVie in Österreich .