Ist Telemedizin gekommen, um zu bleiben?

Wien, 17. August 2021

Ist Telemedizin gekommen, um zu bleiben?

Im Zuge der COVID-19-Pandemie ist die Digitalisierung der Medizin vermehrt in den Fokus geraten. Vom e-Rezept über die e-Medikation bis hin zum Video-Telefonat mit den behandelnden Ärzt*innen: Telemedizin hat während der Pandemie die Behandlung chronisch Erkrankter möglich gemacht. Die Betroffenen sprechen von enormer Zeitersparnis, Expert*innen sind sich sicher, dass gerade einVideo-Call Kontroll- oder Rezepttermine ersetzen kann. Evelyn Groß, Präsidentin der ÖMCCV (Österreichische Gesellschaft für Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung) geht noch einenSchritt weiter und wünscht sich mehr Digitalisierungen. In einer aktuellen Umfrage stellt sich nun die Frage: Was ist gekommen, um zu bleiben?

Wien, 17. August 2021 – Um diesem Thema auf den Grund zu gehen, hat AbbVie Österreich in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut INTEGRAL sowie den Patientenorganisationen Österreichische Rheumaliga (ÖRL), Österreichische Vereinigung Morbus Bechterew (ÖVMB), Rheumalis, Österreichische Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (ÖMCCV), Österreichische Lungenunion sowie PSO Austria eine quantitative Online-Umfrage veranlasst, deren Ergebnisse hier präsentiert werden.

Welche Chance bietet Telemedizin auch nach der Pandemie?
COVID-19 hat in Österreich zu bahnbrechenden Errungenschaften wie dem e-Rezept oder der e-Medikation geführt. Mitunter waren Telemedizin-Lösungen oft auch der einzige Weg, Ärzt*innen und Patient*innen zu schützen und sie dennoch an die Versorgung anzubinden, die sie benötigen. Mithilfe von Telemedizin müssen Patient*innen in Krisenzeiten nicht auf effiziente, unkomplizierte und qualitativ hochwertige Unterstützung verzichten. Vor allem für Patient*innen mit chronischen Erkrankungen sowie älteren Personen bietet die Telemedizin viele Vorteile. Darunter weniger physische Arztbesuche sowie Kontrollen und damit einhergehend weniger Belastung für die Patient*innen durch weniger häufige Wege zur Ärztin bzw. zum Arzt.

„Ich bin mittlerweile ein großer Fan der Video-Konsultation“, sagt Univ. Prof. Dr. Harald Vogelsang, Facharzt für Gastroenterologie und Hepatologie, und betont weiter: „Es war notwendig, zum Schutz der Erkrankten und der medizinischen Fachkräfte auf digitale Tools auszuweichen.“ In einem Video-Telefonat, das von seinen Patient*innen jeden Alters sehr gut angenommen wird, sieht er massive Vorteile: „Es kann sehr rasch ein Termin vereinbart werden, der Patient muss nicht kilometerlange Fahrten auf sich nehmen, ist in seiner gewohnten Umgebung und kann mit mir ohne Mund-Nasen-Schutz über seine Beschwerden sprechen.“ Denn: Gerade die Mimik der Patient*innen und die Emotionen sind ein wesentlicher Faktor in einer erfolgreichen Behandlung bzw. Kontrolle von chronisch erkrankten Personen.

Welche Anwendungen fallen unter den Bereich der Telemedizin?
Grundsätzlich findet die Telemedizin in verschiedenen Bereichen Anwendung. Die Fernbehandlung bietet dabei nicht nur für die Interaktion zwischen den Patient*innen und den Ärzt*innen eine neue Chance, sondern auch für den Austausch zwischen den Ärzt*innen und / oder anderem Fachpersonal. Die Anwendungen werden hierbei häufig in fünf Kategorien unterschieden:

Durch die steigende Lebenserwartung brauchen immer mehr Personen medizinische Behandlung und Pflege. Damit steht vor allem das Gesundheitssystem vor großen Herausforderungen, da auf demografische Veränderungen eingegangen werden muss, um die Versorgung und deren Qualität zu sichern. Die Angebote der Telemedizin bieten dem heimischen Gesundheitssystem dabei nicht nur eine neue Chance, den wachsenden Bedürfnissen gerecht zu werden, sondern auch am technischen Fortschritt der medizinischen Branche mitwirken zu können.

Zum aktuellen Zeitpunkt können sich zwei Drittel der Befragten vorstellen, Telemedizin auch nach der COVID-19-Pandemie zu nutzen. Vor allem das Telefonieren stößt dabei auf große Beliebtheit mit 75 % Befürwortung, gefolgt vom schriftlichen Verkehr via E-Mail oder SMS (46 %). Auch das Videotelefonieren verspricht Chancen für die Zukunft: 44 % würden auch nach der Pandemie ihre Ärzt*innen per Videokonferenz konsultieren1.

Diesen Wunsch äußert auch Evelyn Groß, Präsidentin der ÖMCCV und selbst seit Jahren an Morbus Crohn erkrankt: „Was oftmals unterschätzt wird, ist der Zeitaufwand, den herkömmliche Arzttermine mit sich bringen – daher stellen e-Rezept, e-Medikation und Co. eine zeitsparende Alternative dar. Ich würde mir demnach auch wünschen, dass Kontrolluntersuchungen, für die ein Abtasten nicht notwendig ist, auch in Zukunft mittels Telemedizin beibehalten werden können. So kann nicht nur Zeit auf Patient*innen- und Ärzt*innen-Seite gespart werden, sondern auch Kosten für die An- und Abreise“. Insgesamt 22 Stunden pro Patient*in sind es laut ihrer Berechnung in einem Jahr, die durch Video-Konsultationen eingespart werden können (bei einem durchschnittlich 3-monatigen Rhythmus der Untersuchungen).

Die Umfrage auf einen Blick
In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut INTEGRAL sowie den Patientenorganisationen Österreichische Rheumaliga (ÖRL), Österreichische Vereinigung Morbus Bechterew (ÖVMB), Rheumalis, Österreichische Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (ÖMCCV), Österreichische Lungenunion sowie der PSO Austria hat AbbVie Österreich eine quantitative Online-Umfrage unter dem Titel „Telemedizin – Welche Erfahrungen haben Patient*innen damit gemacht?“ veranlasst. Insgesamt wurden 1.000 österreichische Erwachsene im Alter zwischen 16 und 69 Jahren sowie 432 Erwachsene, die laut Selbstauskunft an einer chronisch-entzündlichen Erkrankung leiden, interviewt. Befragungszeitraum: März 2021.

Erfahrungen von Patient*innen mit Telemedizin

Insgesamt kennt jedoch knapp ein Viertel aller Befragten den Begriff der Telemedizin nicht, auch die Angebote der Telemedizin wurden noch nicht genutzt.2 Für die Zukunft können sich allerdings mehr als zwei Drittel aller Befragten vorstellen, telemedizinische Arzttermine zu nutzen: vorrangig via Telefon.3

Zufriedenheit mit dem telemedizinischen Arztgespräch4
Im Schnitt dauert ein telemedizinisches Arztgespräch rund 9 Minuten. Dabei sind knapp zwei Drittel mit dem telemedizinischen Arztgespräch gleich zufrieden, wie mit bisherigen Terminen, ein Viertel sogar zufriedener.

Bedenken von Patient*innen gegenüber Telemedizin5
Trotz vermehrter Akzeptanz gegenüber telemedizinischen Anwendungen aufgrund der Corona-Pandemie erklärten dennoch 35 % der Befragten, sich nicht vorstellen zu können, telemedizinische Arzttermine zu nutzen. Die Gründe reichen hier von zu unpersönlich, schlechtem Gefühl und / oder keinem Vertrauen (44 %), über ungenaue oder falsche Diagnose ohne körperliche Untersuchung (39 %), bis hin zu Datenschutzunsicherheiten (8 %) und Ängsten vor technischen Problemen, schneller Abfertigung und / oder Kommunikationsproblemen. Vor allem in Puncto Datenschutz äußerten eher jüngere Befragte Bedenken (38 % der bis 45-Jährigen).

Vorbereitung auf das Arzt-Patienten-Gespräch6
Die Bilanz der Patient*innen bezüglich des Arzt-Patienten-Gesprächs fiel äußerst positiv aus:

  • 82 % gaben an, dass sich die Ärzt*innen auf das Gespräch vorbereitet haben.
  • Zudem hätten sich 87 % ausreichend Zeit genommen und
  • knapp 100 % konnte den Ärzt*innen Fragen stellen.
  • Auch die Anzahl der Patient*innen, die sich ausreichend vorbereitet haben, beläuft sich auf zwei Drittel. Knapp die Hälfte davon hatte sogar eine Checkliste bereit.

Zusammenfassung der Ergebnisse
Jede*r dritte Österreicher*in im Alter von 16-69 Jahren gibt an, bereits mit einer Ärztin oder einem Arzt in Kontakt getreten zu sein, ohne die Praxis betreten zu haben. Gut jede*r Fünfte (21 %) kann sich sehr gut vorstellen, in Zukunft Telemedizin zu nutzen, vor allem in Form eines Telefongespräches. Gegen Telemedizin spricht spontan vor allem der Wunsch nach einem persönlichen Gespräch und die Angst vor einer ungenauen Diagnose.7 75 % der Befragten kannten die behandelnde Ärztin bzw. den behandelnden Arzt bereits vor der telemedizinischen Konsultation. 70 % geben an, mit den Ärzt*innen telefoniert zu haben, 14 % davon haben dabei einen Messenger Dienst genutzt, 9 % eine Social Media-Plattform. 31 % haben schriftlich kommuniziert, 20 % haben während der Konsultation die Möglichkeit der Videotelefonie genutzt. Gründe für telemedizinische Arzttermine waren Kontrolltermine (35 %) oder Fragen bei akuten gesundheitlichen Problemen (34 %). Im Schnitt dauerte der telemedizinische Termin rund 9 Minuten. 82 % der Befragten sagen, die Ärzt*innen wären auf den Termin vorbereitet gewesen, 87 % der Patient*innen meinen, sie hätten sich genügend Zeit genommen und 92 % berichten, sie hätten zudem die Möglichkeit erhalten, Fragen zu stellen.8

Über AbbVie
AbbVie (NYSE:ABBV) ist ein globales, forschendes BioPharma-Unternehmen. AbbVie hat sich zum Ziel gesetzt, neuartige Therapien für einige der komplexesten und schwerwiegendsten Krankheiten der Welt bereitzustellen und die medizinischen Herausforderungen von morgen anzugehen. AbbVie will einen echten Unterschied im Leben von Menschen machen und ist in verschiedenen wichtigen Therapiegebieten tätig: Immunologie, Onkologie, Neurologie, Augenheilkunde, Virologie und Frauengesundheit sowie mit dem Portfolio von Allergan Aesthetics in der medizinischen Ästhetik. In Österreich ist AbbVie in Wien vertreten. Insgesamt beschäftigt AbbVie inklusive Allergan weltweit 47.000 und in Österreich 150 Mitarbeiter*innen. Weitere Informationen zum Unternehmen finden Sie unter http://www.abbvie.com und www.abbvie.at. Folgen Sie @abbvie auf Twitter oder besuchen Sie unsere Profile auf Facebook oder LinkedIn.

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