Bei Alopecia Areata kommt es durch ein fehlgesteuertes Immunsystem oft plötzlich zu kreisrundem Haarausfall auf der Kopfhaut oder anderen behaarten Körperstellen. Der Erkrankungsverlauf ist meist unvorhersehbar – die kahlen Stellen können sich ausweiten oder spontan wieder nachwachsen.
Alopecia Areata ist eine chronische immunvermittelte Erkrankung, bei der es zu einem abrupt einsetzenden, meist kreisrunden Haarausfall kommt. Betroffen sind oft die Kopfhaut, manchmal auch die Bartregion, Augenbrauen, Wimpern oder andere behaarte Körperregionen. Die Erkrankung kann sowohl körperlich als auch emotional stark belasten, da sichtbare kahle Stellen häufig mit Unsicherheit oder Schamgefühl einhergehen.
Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt, doch feststeht: Das Immunsystem greift fälschlicherweise die Haarfollikel an. Dadurch wird der Haarwachstumszyklus verändert. Eine genetische Veranlagung kann das Risiko erhöhen, allerdings muss dies nicht zwangsläufig zum Krankheitsausbruch führen.
Eine Diagnose wird mit einer klinischen Untersuchung gestellt. Zusätzlich kann auch eine Hautbiopsie durchgeführt werden.
Alopecia Areata äußert sich typischerweise durch runde, klar begrenzte kahle Stellen auf der Kopfhaut, manchmal auch im Bartbereich oder an anderen behaarten Körperstellen. Die Haut in diesen Bereichen wirkt meist gesund, ohne Juckreiz oder Schmerzen. Der Haarausfall kann schubweise auftreten, sich ausbreiten oder auch von selbst wieder zurückgehen – manchmal wachsen die Haare vollständig nach, manchmal nicht. Der Verlauf der Alopecia areata ist deshalb unvorhersehbar. Bei komplettem Ausfall der Kopfhaare spricht man von einer Alopecia Totalis. Eine Alopecia universalis liegt bei Verlust der Kopf- und Körperbehaarung vor.
Schübe können durch Faktoren wie starken emotionalen Stress, Infektionen oder hormonelle Veränderungen begünstigt werden. Das Vermeiden solcher Auslöser kann helfen, die Häufigkeit der Schübe zu reduzieren, ersetzt eine medizinische Behandlung jedoch nicht.
Da es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, tritt Alopecia Areata häufiger zusammen mit anderen Erkrankungen auf – dazu gehören z. B. atopische Dermatitis (Neurodermitis), Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) oder andere Autoimmunerkrankungen. Oft sind Veränderungen an den Nägeln festzustellen, die als sogenannte Tüpfelnägel bezeichnet werden. Psychische Belastungen wie Depressionen oder Angststörungen sind ebenfalls häufig.
Alopecia Areata ist nicht heilbar, aber es gibt Therapien, die das Nachwachsen der Kopfhaare und Körperbehaarung wieder herstellen können und/oder den Krankheitsverlauf eindämmen können. Die Wahl der Therapie richtet sich nach dem individuellen Schweregrad der Erkrankung.
Zur Behandlung stehen lokale Therapien wie zum Beispiel Cremen und Salben zur Verfügung.
Für die systemische Therapie kommen Januskinasehemmer in Betracht, die in Signalwege eingreifen, welche an der Entzündungsreaktion beteiligt sind.
Erste Anlaufstelle sind Hautärzt:innen, die auf Haar- und Hauterkrankungen spezialisiert sind, zumeist in dermatologischen Ambulanzen in Krankenhäusern, und die Diagnose stellen können. Sie legen gemeinsam mit den Patient:innen – je nach Erkrankungsverlauf – einen passenden Behandlungsplan fest. Wenn größere Flächen vom Haarverlust betroffen sind oder konventionelle Therapien nicht ausreichen, können Dermatologie-Ambulanzen in Kliniken wichtige Ansprechpartner sein. Manche Hautzentren bieten spezielle Haarsprechstunden oder Haarausfall-Ambulanzen.