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Vitiligo (Weißfleckenkrankheit)

Vitiligo ist eine chronische Erkrankung der Haut. Dabei entstehen hellere oder weiße Hautstellen, weil Pigmentzellen der Haut – die sogenannten Melanozyten – verloren gehen oder nicht mehr richtig arbeiten. Nach heutigem Wissensstand spielt vor allem eine fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems eine wichtige Rolle.

Vitiligo ist nicht ansteckend und wird nicht durch eine Infektion ausgelöst. Sie kann Menschen jeden Alters betreffen, beginnt aber häufig im Kindes-, Jugend- oder jungen Erwachsenenalter.

Vitiligo ist die häufigste Erkrankung, bei der es zu einem Verlust von Hautpigment kommt. Weltweit sind schätzungsweise 0,4 % bis 2 % der Bevölkerung betroffen.


Welche Formen der Vitiligo gibt es?

Grundsätzlich wird zwischen segmentaler und nicht-segmentaler Vitiligo unterschieden:

Segmentale Vitiligo:  Die segmentale Vitiligo betrifft meist nur eine Körperseite oder ein klar umgrenztes Hautareal. Häufig beginnt sie früher im Leben und schreitet oft nur über einen begrenzten Zeitraum fort. Danach kann sie über längere Zeit stabil bleiben.

Nicht-segmentale Vitiligo: Die nicht-segmentale Vitiligo ist die häufigere Form. Sie zeigt sich oft an mehreren Körperstellen und meist eher symmetrisch, also zum Beispiel an beiden Händen, beiden Knien oder beidseits im Gesicht. Sie kann phasenweise fortschreiten und neue Hautareale betreffen.

Im Folgenden geht es schwerpunktmäßig um die nicht-segmentale Vitiligo.

Was ist die Ursache der nicht-segmentalen Vitiligo?

Bei der nicht-segmentalen Vitiligo richtet sich das Immunsystem wahrscheinlich fälschlicherweise gegen die eigenen Pigmentzellen der Haut. Dadurch gehen diese Zellen verloren, und es entstehen die typischen weißen Flecken. Warum das genau passiert, ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielen mehrere Faktoren zusammen, darunter:

  • eine genetische Veranlagung
  • immunologische Prozesse
  • mögliche Auslöser wie Hautreizungen, Reibung, Sonnenbrand oder starker psychischer Stress

Wichtig ist: Die Erkrankung entsteht nicht durch mangelnde Hygiene und ist nicht ansteckend.


Wie wird die nicht-segmentale Vitiligo festgestellt?

Die Diagnose wird in der Regel von Hautärzt:innen gestellt. Meist reichen dafür das typische Hautbild und die körperliche Untersuchung aus. Häufig wird zusätzlich eine Wood-Lampe verwendet. Dieses spezielle Licht kann die betroffenen Hautstellen deutlicher sichtbar machen. Falls nötig, können weitere Untersuchungen erfolgen, um andere Ursachen für Pigmentverlust auszuschließen.


Wie zeigt sich die nicht-segmentale Vitiligo?

Typisch sind klar begrenzte, helle oder weiße Hautstellen, die langsam größer werden oder es können neue Flecken hinzukommen. Besonders häufig betroffen sind:

  • Gesicht
  • Hände
  • Ellenbogen
  • Knie
  • Achseln
  • Genitalbereich

Auch behaarte Haut kann betroffen sein. Dann können sich Haare in den betroffenen Bereichen aufhellen. Bei manchen Betroffenen tritt zusätzlich Juckreiz auf. Der Verlauf ist sehr unterschiedlich. Bei einigen Menschen bleiben die Veränderungen über längere Zeit auf wenige Hautstellen begrenzt. Bei anderen breitet sich die Erkrankung weiter aus. Wenn neue Flecken entstehen oder bestehende größer werden, spricht man von einer aktiven oder fortschreitenden Vitiligo.


Was kann den Verlauf beeinflussen?

Der Verlauf der nicht-segmentalen Vitiligo kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Hautverletzungen
  • ständige Reibung oder Druck auf die Haut
  • Sonnenbrand
  • starker psychischer Stress

Manchmal treten neue Flecken aber auch ohne klar erkennbaren Auslöser auf. Da die Erkrankung oft schubweise verläuft, können regelmäßige hautärztliche Kontrollen sinnvoll sein.


Mit welchen Erkrankungen kann die nicht-segmentale Vitiligo zusammen auftreten?

Vitiligo kann häufiger mit anderen Autoimmunerkrankungen, etwa mit Schilddrüsenerkrankungen, Typ-1-Diabetes oder Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall), assoziiert sein. Solche Begleiterkrankungen können, müssen aber nicht auftreten.

Vitiligo kann nicht nur mit anderen körperlichen Erkrankungen zusammen auftreten, sondern auch psychisch stark belasten. Viele Betroffene erleben die sichtbaren Hautveränderungen als stigmatisierend und fühlen sich im Alltag verunsichert. Das kann zu Rückzug, sozialer Isolation, Niedergeschlagenheit oder einem verminderten Selbstwertgefühl führen. Auch Depressionen können Folge sein. 


Wichtig ist: Vitiligo betrifft nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern kann auch das seelische Wohlbefinden deutlich belasten und verdient deshalb besondere Aufmerksamkeit. Wenn du dich dadurch stark belastet fühlst, sprich das bitte in deiner hautärztlichen Ordination an - es gibt Unterstützungsangebote.


Wie wird die nicht-segmentale Vitiligo behandelt?

Vitiligo ist nicht heilbar, aber verschiedene Therapien können die Repigmentierung unterstützen oder das Fortschreiten bremsen. Dazu zählen unter anderem:

  • Lokale Therapien: Zum Beispiel anti-entzündliche Cremes, die entzündliche Prozesse in der Haut beeinflussen können.
  • Lichttherapie: Besonders die Schmalband-UVB-Phototherapie kann bei manchen Betroffenen helfen, die Pigmentbildung anzuregen.
  • Kombinationstherapien: In einzelnen Fällen werden lokale Behandlungen mit Lichttherapie kombiniert, um die Wirkung zu verbessern.
  • Kosmetische Maßnahmen: Kosmetische-Produkte können helfen, die sichtbaren Unterschiede auszugleichen.
  • Operative Verfahren: In ausgewählten Fällen kommen hautchirurgische Verfahren in Frage, wenn die Erkrankung stabil ist.
  • Systemische Therapien: Bei aktivem oder ausgeprägtem Verlauf kann eine innerlich wirkende (systemische) Therapie in Frage kommen. Ob und welche Therapie im Einzelfall geeignet und zugelassen ist, besprich bitte mit deiner Hautärztin oder deinem Hautarzt.

Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem davon ab, wie aktiv die Erkrankung ist, welche Körperstellen betroffen sind und wie stark die persönliche Belastung empfunden wird. Die Entscheidung sollte immer gemeinsam mit Hautärzt:innen getroffen werden. Jede Therapie kann Nebenwirkungen haben; Nutzen und Risiken werden individuell ärztlich abgewogen.


Wer behandelt Vitiligo?

Ansprechpersonen sind Dermatolog:innen, idealerweise mit Erfahrung in Pigmentstörungen. Sie stellen die Diagnose und besprechen gemeinsam mit den Betroffenen die passende Behandlung. Bei ausgeprägten Formen sind spezialisierte Hautzentren oder dermatologische Ambulanzen wichtige Anlaufstellen.