Morbus Parkinson

In Österreich sind zahlreiche Menschen von Morbus Parkinson betroffen. Gute Behandlungschancen verspricht eine Therapiekombination.

Wissenswertes zu Morbus Parkinson

Morbus Parkinson zählt zu den häufigsten Erkrankungen des Nervensystems. In Österreich sind schätzungsweise rund 20.000 Menschen davon betroffen. Die Krankheit beginnt meist schleichend und bleibt oft über viele Jahre unentdeckt.

Was ist Parkinson?

Parkinson – auch Morbus Parkinson – ist eine chronische Erkrankung des Nervensystems. Sie wird meist im Alter von 50 bis 65 Jahren diagnostiziert. Ausgelöst wird Parkinson durch die Zerstörung jener Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Dopamin ist, gemeinsam mit anderen Botenstoffen, für die Koordination der Bewegung zuständig. Patienten leiden oft unter Zittern im Ruhezustand, Steifheit und Antriebslosigkeit.

Wie entsteht Parkinson?

Die genauen Ursachen für das Entstehen von Parkinson sind bislang nicht bekannt. Die Anzahl der Nervenzellen nimmt bei jedem Menschen im Lauf seines Lebens ab. Bei Patienten mit Parkinson verläuft dieser Abbau allerdings beschleunigt. Mehrere Bedingungen scheinen das Auftreten der Erkrankung zu begünstigen. Dazu zählen neben dem Alter und genetischen Faktoren beispielsweise auch Kopfverletzungen oder der Einfluss von Giftstoffen.

Welche Symptome weisen Betroffene auf?

Die Beschwerden bei Parkinson sind bei jedem Patienten verschieden. Manche Betroffene sind selbst nach Jahrzehnten kaum in der Bewegung beeinträchtigt. In anderen Fällen sind sie bereits binnen weniger Jahre sehr eingeschränkt. In der Regel beginnt die Erkrankung schleichend und schreitet langsam fort. 

Parkinson ist hauptsächlich durch vier motorische Symptome gekennzeichnet:

  • Muskelzittern (Tremor)
  • Verlangsamung der Bewegungen (Bradykinese)
  • Versteifung der Muskulatur (Rigor)
  • Gang- oder Gleichgewichtsstörungen (posturale Instabilität) 

Dazu kommen weitere Störungen – beispielsweise bei der Magen-Darm- oder Blasenfunktion.

Wie wird Parkinson diagnostiziert?

Einen eigenen Parkinson-Test für eine sichere Diagnose gibt es nicht. Neurologen können jedoch die Ergebnisse verschiedener Untersuchungen heranziehen. Die Basis dafür bildet ein ausführliches Gespräch. Um andere Erkrankungen auszuschließen, kann auch der Wirkstoff Levodopa verabreicht werden. Bessern sich die Beschwerden, ist das ein weiteres Indiz für Parkinson. Darüber hinaus hilft der Einsatz bildgebender Verfahren wie Computertomografie, die Diagnose zu untermauern.

Wie verläuft Parkinson?

Parkinson beginnt in der Regel schleichend und schreitet langsam fort. In den meisten Fällen treten erste Anzeichen der Parkinson-Krankheit Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte vor den klassischen motorischen Symptomen auf. Im Anfangsstadium äußert sich Parkinson oft in einer Kombination aus Schmerzen, allgemeiner Verlangsamung und Vitalitätsverlust. Mögliche spätere Symptome sind ein schlechterer Geruchsinn, eine langsamere Reaktionsfähigkeit, Verstopfung und Schlafstörungen sowie eine veränderte Stimme oder Handschrift.

Darüber hinaus kann es zu Verhaltensänderungen kommen. Einige Betroffene reagieren schnell gereizt, andere neigen zu Perfektionismus, wieder andere meiden soziale Kontakte. Häufig sind auch Beschwerden im Nacken- und Lendenwirbelbereich oder diffuse Rückenschmerzen. Viele Betroffene haben einen leicht schlurfenden Gang oder ziehen ein Bein leicht nach. Mit Fortschreiten der Erkrankung treten die Hauptsymptome von Parkinson in den Vordergrund: Muskelzittern, Bewegungsarmut, Versteifung der Muskulatur sowie Gang- oder Gleichgewichtsstörungen. Diese Symptome können einzeln oder in Kombination vorkommen.

Welche Therapien gibt es?

Die besten Erfolge bei der Behandlung von Parkinson erzielt eine Kombination verschiedener Therapieformen. Im Zentrum steht dabei die individuell abgestimmte medikamentöse Behandlung. Darüber hinaus gibt es verschiedene Begleittherapien, die vor allem die motorischen Fähigkeiten der Betroffenen stärken. Ein wichtiger Bestandteil der Parkinson-Therapie ist die Physiotherapie. Sie kann dazu beitragen, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu bewahren.

Ist Parkinson heilbar?

Parkinson kann nicht geheilt werden. Die Therapie zieht daher in erster Linie darauf ab, Krankheitszeichen und Begleiterscheinungen zu lindern. Da der Krankheitsverlauf bei den Betroffenen sehr unterschiedlich ist, gilt es die Therapie bestmöglich auf ihre jeweiligen Bedürfnisse abzustimmen. Dabei spielen neben der medizinischen Vorgeschichte auch das Alter und die Lebensumstände eine tragende Rolle.