Morbus Parkinson

Morbus Parkinson ist die zweithäufigste Erkrankung des Nervensystems. Weltweit haben rund 2 Prozent der Bevölkerung im Alter von über 65 Jahren Morbus Parkinson.

Wissenswertes zu Morbus Parkinson

Morbus Parkinson ist eine Erkrankung des Nervensystems. In Österreich sind schätzungsweise rund 20.000 Menschen davon betroffen. Die Krankheit beginnt meist schleichend und bleibt oft über viele Jahre unentdeckt.

Was ist Parkinson?

Parkinson – auch Morbus Parkinson – ist eine chronische Erkrankung des Nervensystems. Sie wird meist im Alter von 50 bis 65 Jahren diagnostiziert. Ausgelöst wird Parkinson durch die Zerstörung jener Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Dopamin ist, gemeinsam mit anderen Botenstoffen, für die Koordination der Bewegung zuständig. Patient*innen leiden oft unter Zittern im Ruhezustand, Steifheit und Antriebslosigkeit.

Wie entsteht Parkinson?

Die genauen Ursachen für das Entstehen von Parkinson sind bislang nicht bekannt. Die Anzahl der Nervenzellen nimmt bei jedem Menschen im Lauf seines Lebens ab. Bei Patient*innen mit Parkinson verläuft dieser Abbau allerdings beschleunigt. Mehrere Bedingungen scheinen das Auftreten der Erkrankung zu begünstigen. Dazu zählen neben dem Alter und genetischen Faktoren beispielsweise auch Kopfverletzungen oder der Einfluss von Giftstoffen.

Welche Symptome weisen Betroffene auf?

Die Beschwerden bei Parkinson sind bei jedem Patient*innen unterschiedlich. Manche Betroffene sind selbst nach Jahrzehnten kaum in der Bewegung beeinträchtigt. In anderen Fällen sind sie bereits binnen weniger Jahre sehr eingeschränkt. In der Regel beginnt die Erkrankung schleichend und schreitet langsam fort.

Parkinson ist hauptsächlich durch vier motorische Symptome gekennzeichnet:

  • Muskelzittern (Tremor)
  • Verlangsamung oder Versagen einer Bewegung (Bradykinese/Akinese)
  • Versteifung der Muskulatur (Rigor)
  • Gang- oder Gleichgewichtsstörungen durch den Verlust von Haltungsreflexen (posturale Instabilität)

Dazu kommen weitere Störungen – beispielsweise bei der Magen-Darm- oder Blasenfunktion.

Wie wird Parkinson diagnostiziert?

Einen eigenen Parkinson-Test für eine sichere Diagnose gibt es nicht. Die Diagnosestellung erfolgt durch ein ausführliches Patientengespräch und klinische Untersuchungen. Um andere Erkrankungen auszuschließen, kann auch der Wirkstoff Levodopa verabreicht werden. Bessern sich die Beschwerden, ist das ein weiteres Indiz für Parkinson. Darüber hinaus hilft der Einsatz bildgebender Verfahren wie Computertomografie, die Diagnose zu untermauern.

Wie verläuft Parkinson?

Parkinson beginnt in der Regel schleichend und schreitet langsam fort. In den meisten Fällen treten erste Anzeichen der Parkinson-Krankheit Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte vor den klassischen motorischen Symptomen auf. Im Anfangsstadium äußert sich Parkinson oft in einer Kombination aus Schmerzen, allgemeiner Verlangsamung und Vitalitätsverlust. Mögliche spätere Symptome sind ein schlechterer Geruchssinn, eine langsamere Reaktionsfähigkeit, Verstopfung und Schlafstörungen sowie eine veränderte Stimme oder Handschrift.

Darüber hinaus kann es zu Verhaltensänderungen kommen. Einige Betroffene reagieren schnell gereizt, andere neigen zu Perfektionismus, wieder andere meiden soziale Kontakte. Häufig sind auch Beschwerden im Nacken- und Lendenwirbelbereich oder diffuse Rückenschmerzen. Viele Betroffene haben einen leicht schlurfenden Gang oder ziehen ein Bein leicht nach. Mit Fortschreiten der Erkrankung treten die Hauptsymptome von Parkinson in den Vordergrund: Muskelzittern, Bewegungsarmut, Versteifung der Muskulatur sowie Gang- oder Gleichgewichtsstörungen. Diese Symptome können einzeln oder in Kombination vorkommen.

Welche Therapien gibt es?

Für die Behandlung von Morbus Parkinson gibt es medikamentöse, chirurgische und begleitende Therapien. Welche Therapieform am besten passt, wird je nach Schweregrad der Erkrankung, vorherrschenden Symptomen und Eignung des Patient*innen gewählt.

Die besten Erfolge bei der Behandlung von Parkinson erzielt eine Kombination verschiedener Therapieformen. Im Zentrum steht dabei die individuell abgestimmte medikamentöse Behandlung. Darüber hinaus gibt es verschiedene Begleittherapien wie Logopädie, Ergo- und Physiotherapie, die vor allem die motorischen Fähigkeiten der Betroffenen stärken. Das kann dazu beitragen, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität der Patient*innen zu bewahren.

Ist Parkinson heilbar?

Parkinson kann nicht geheilt werden. Die Therapie zielt daher in erster Linie darauf ab, Krankheitszeichen und Begleiterscheinungen zu lindern. Da der Krankheitsverlauf bei den Betroffenen sehr unterschiedlich ist, gilt es, die Therapie bestmöglich auf ihre jeweiligen Bedürfnisse abzustimmen. Dabei spielen neben der medizinischen Vorgeschichte auch das Alter und die Lebensumstände eine tragende Rolle.